„Ich stelle alles andere hinten an"

Heute 14 Uhr erwartet die BSG Wismut Gera im Stadion der Freundschaft den VFC Plauen.


Der 23-jährige Phillip Roy gehört zu den waschechten Geraern im Team. Schon seit 2012 trägt der Außenverteidiger das orange-schwarze Trikot der Wismut-Elf.
Wie haben Sie das Spiel gegen Merseburg gesehen?

Schön, dass wir gewonnen haben. Merseburg hat einen sehr gefälligen Fußball gespielt, aber eben keine Tore erzielt. Die entscheiden jedoch beim Fußball. Wir sind derzeit in der Offensive sehr effektiv, erzielen Treffer aus dem Nichts. Nach der Niederlage bei Chemie Leipzig war es wichtig, wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Das ist uns gut gelungen.

Waren Sie mit Ihrer eigenen Leistung zufrieden?
Über meine Seite ist nicht viel angebrannt. Nach vorn kann ich sicherlich noch mehr Akzente setzen, aber in erster Linie war es wichtig für mich, die rechte Außenbahn hinten zuzumachen. Das hat ganz ordentlich geklappt.

Wie schaffen Sie es überhaupt, Arbeit und Fußball unter einen Hut zu bekommen?
Das ist sehr schwierig. Ich stelle alles andere hinten an. Vor dem Spiel gegen Merseburg bin ich auch erst aus der Nachtschicht gekommen, habe nur wenig geschlafen. Meine Familie und meine Freundin geben mir viel Rückhalt. Oft tausche ich Dienste, um spielen zu können. Diesmal wird es allerdings wegen der Osterfeiertage schwer. Ich weiß noch nicht, ob ich gegen Plauen dabei sein kann.

Wismut steht auf Platz fünf. Daran war zu Saisonbeginn nicht zu denken. Was hat sich seitdem getan?
Wir haben uns als Mannschaft gefunden. Angesichts der zahlreichen Zu- und Abgänge war es anfangs problematisch. Der Trainer hat einiges ausprobiert. Jetzt haben wir das passende System gefunden. Hinten verteidigen wir gut und vorn stehen unsere Stürmer derzeit immer wieder goldrichtig.

Als 18-Jähriger haben Sie schon mit dem 1. FC Gera 03 in der Oberliga gespielt. Was macht diese Saison bei Wismut so besonders?
Mit 18 habe ich bei Gera 03 hineingeschnuppert. Ich war noch A-Junior, der Kader sehr klein und ich durfte erste Erfahrungen sammeln, habe unter anderem beim 1. FC Lok Leipzig vor gut 3000 Zuschauern unter Flutlicht gespielt. Da war ich noch jung und unerfahren. Jetzt sind wir mit Wismut Gera sehr erfolgreich, haben eine ganz andere Qualität und können mit allen Gegnern mithalten. Ich bin stolz darauf, ein Teil dieser Mannschaft und des gesamten Vereins zu sein.

In der Vorsaison haben Sie auch mit Wismut bei Lok Leipzig gespielt.
Auch das war eine tolle Erfahrung. Es war wohl unser bestes Saisonspiel. Wir haben mit 3:5 verloren und uns für unsere mutige Vorstellung damals zurecht den Beifall der Lok-Fans abgeholt. Das will man öfter erleben.

Am Sonnabend kommt der VFC Plauen. Alle bisherigen drei Partien gingen verloren. Was geht diesmal?
Das soll diesmal anders werden. Wir wollen den Schwung vom Merseburg-Spiel mitnehmen, die positive Stimmung weiter anheizen. Der Bock soll diesmal umgestoßen werden. Wir wollen den nächsten Dreier.

Ist der Ausfall von Frank Müller zu kompensieren?
Das wird schwer. Sollte ich auch nicht zur Verfügung stehen, muss der Trainer einige Umstellungen vornehmen. Umso wichtiger wäre die Rückkehr von Stefan Raßmann in die Startformation.

Jens Lohse / 15.04.17


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