Alexander Just und die Tradition

Hallenfußball: Vor 17 Jahren holt der Wismut-Torwart mit dem 1. SV Gera die Thüringer Hallenmeisterschaft

Gera. Wismut-Torwart Alexander Just hat die Freude am Kicken unterm Hallendach bisher nie verloren. Deshalb steht er auch heute im Aufgebot des Oberligisten, der mit dem Wolf-Hallencup ab 18 Uhr in der Panndorfhalle ein Turnier ins Leben ruft, dass sich auch in Zukunft zwischen dem Pfortener Mitternachtsturnier, dem Oldie-Turnier und dem Geraer Banden-Masters behaupten will.


Schon als 17-Jähriger in der Halle dabei

Blickt Just zurück, fühlt sich das Geraer Urgestein an die Anfänge seiner Laufbahn zurückversetzt. Als 17-Jähriger stand er 1999 bereits im Oberliga-Kader unter Trainer Rainer Schlutter. Den jungen Kickern waren dabei die Hallenturniere vorbehalten und davon gab es damals eine ganze Menge. In der Panndorfhalle wurde der 1. SV Gera im Jahr 2000 Thüringer Hallenfußball-Vizemeister. Im Finale unterlag man dem 1. Suhler SV 06 mit 2:5. Michael Sobek und Mike Renke erzielten die Treffer, die den Ortsrivalen TSV 1880 Zwötzen auf Platz drei verwiesen, gegen den man im Halbfinale mit 3:1 siegte. „Da durfte der Torwart noch als fünfter Feldspieler agieren. Es gab richtige Spezialisten auf dieser Position", weiß Alexander Just, dem mit seinem Team ein Jahr später in Arnstadt der große Wurf gelang. Am 21. Januar 2001 holte sich der 1. SV Gera die Hallenlandesmeisterschaft. „Viele junge Spieler waren nach dem Oberliga-Abstieg ins Team gerückt. Weil unser Trainer Udo Korn dem Hallenfußball nicht viel abgewinnen konnte, übernahm sein Assistent Hans Mihalovics das Amt. Das hat richtig Spaß gemacht", berichtet der Wismut-Schlussmann, der mit seinem Team damals fast alles gewann. Zunächst setzte sich der 1. SV Gera beim OTZ-Silvestercup im Finale gegen den damaligen Bezirksligisten Elstertal Bad Köstritz nach Neunmeterschießen durch. Wenige Tage später fegte man bei der Zwischenrunde der Landesmeisterschaft in der Panndorfhalle die gestandenen Kontrahenten aus Greiz, Zwötzen und Weida fast mühelos vom Parkett und setzte die Erfolgsserie auch beim Meisterschaftsfinale in Arnstadt fort.

In der Besetzung Alexander Just, Steffen Geisendorf, Sandro Schorrig, Marco Herrmann, David Kwiatkowski, Frank Bangemann, Michael Sobek und Ronny Gieske gaben die Geraer im Finale dem FSV Schmalkalden mit 5:4 das Nachsehen. „Ich habe damals nach einer zurückgelegten Ecke das Führungstor erzielt", weiß Alexander Just noch. Marco Herrmann und Michael Sobek bauten den Vorsprung auf 3:0 aus, ehe es trotz zweier weiterer Gieske-Treffer noch einmal eng wurde. Mit sieben Treffern nahm Michael Sobek die Torjägerkrone entgegen.

Die Erfolge in der Halle blieben keine Eintagsfliege für den 1. SV Gera, so dass sich der Verein entschloss, im Dezember 2001 den 1. Hallenfußball-Cup in der alten Panndorfhalle durchzuführen. „Das war damals der absolute Höhepunkt. Mit dem FC Carl Zeiss Jena, dem FC Sachsen und dem VfB Leipzig waren hochkarätige Teams am Start. Die Halle war mit 700 Zuschauern gut gefüllt. Wir konnten mithalten und sind guter Dritter geworden", so Alexander Just. Im Halbfinale unterlag der 1. SV Gera trotz zweimaliger Führung den Jenaern 2:4, hielt sich dafür um Platz drei gegen den VfB Leipzig schadlos. Der Turniersieg ging an die Leutzscher vom FC Sachsen. Nach einer nochmaligen Vizelandesmeisterschaft 2002 in Sondershausen, als man das Endspiel gegen den FC Thüringen Weida mit 2:4 verlor, beendete die Insolvenz die glorreichen Hallenzeiten des Teams.


Nun versucht die BSG Wismut Gera, wieder an alte Tage anzuknüpfen. „Auch mit meinen 36 Jahren stelle ich mich in der Halle weiterhin gern zur Verfügung. Da trifft man viele alte Freunde und Weggefährten. Das müssen auch nicht immer die ganz großen Namen sein", sagt Alexander Just, der sich nicht nur auf die Premiere des Wismut-Cups, sondern auch auf das Geraer Banden-Masters am 14. Januar freut.

Jens Lohse / 05.01.18
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