Statt Pokal nun um Punkte

Die Spielabsage kam nicht überraschend. Schon am Mittwochvormittag kam ein Anruf von den rührigen Organisatoren des FC Saalfeld, die Stadt hätte aufgrund des abermaligen Wintereinbruch den Platz an den Saalewiesen gesperrt. Die Wismut-Verantwortlichen hatten damit schon gerechnet.

„Derzeit brauche ich keine Arbeit. Ständig müssen wir umorganisieren, einen Plan B und einen Plan C in der Tasche haben. Für die Fans tut mir die Absage besonders leid. Aber können es nicht ändern und müssen das Beste daraus machen", so Vizepräsident Frank Neuhaus, der im Zusammenwirken mit dem Sportlichen Leiter Carsten Hänsel sofort nach einer Alternative suchte. Am Sonntag 14.30 Uhr empfangen die Orange-Schwarzen im Stadion am Steg nun um Punkte den SV Merseburg 99. „Auf dem Kunstrasen können wir spielen. Das sollte kein Problem sein, selbst wenn es am Donnerstag noch etwas schneit. Am Wochenende scheint die Sonne", so Frank Neuhaus zuversichtlich.


Gegen Merseburg kommt es zu einem Kellerderby, wenn der Tabellen-14. auf den 15. trifft. Beide Mannschaften kamen in der Rückrunde noch nicht richtig zum Zuge. Die Geraer durften erst einmal ran, bezwangen da den Tabellenzweiten Inter Leipzig mit 4:1. Die Merseburger standen zumindest zweimal auf dem Platz. Nach einem 3:2 bei Union Sandersdorf, mit dem man die rote Laterne an Krieschow abgab, unterlag das Team von Trainer Sebastian Grimm gegen Schott Jena mit 0:1. In der Winterpause drehte sich das Transferkarussell nochmals. Verpflichtet wurden der vereinslose Jihad Mirza, Adel Aljindo vom Liga-Konkurrenten Union Sandersdorf und Justice Duerksen von Orange County FC in den USA. Das Trio kam in den bisher ausgetragenen Rückrundenbegegnungen zum Einsatz.

Jihad Mirza ist Deutsch-Iraker und 23 Jahre jung. Er lief bis zum letzten Sommer für den Oberligisten VfL Halle 96 auf. Sein Bruder ist der 25-jährige Adel Aljindo, der in der Hinrunde noch in Sandersdorf unter Vertrag stand. Interessant ist, dass beide im Winter auch bei Wismut Gera vorspielten, beim 15:0-Testspielsieg gegen Bad Köstritz auch ins Schwarze trafen, allerdings von den Geraern nicht verpflichtet wurden. Sie werden beweisen wollen, dass diese Entscheidung ein Fehler war. Mit Christoph Schulz (IMO Merseburg), Mathis Böhler (SG Union Sandersdorf), Martin Fiebiger, Robert Wagner (beide 1. FC Romonta Amsdorf) und Abdelaziz El Gourmat (1. FC Bitterfeld-Wolfen) verließen die Mannschaft aber auch fünf Kicker.

Wismut-Trainer Frank Müller schaut zuversichtlich auf die Begegnung. Beim 3:3 im Hinspiel stand der 31-Jährige noch selbst auf dem Platz, musste mit ansehen, wie der sicher geglaubte ersten Saisonsieg noch verspielt wurde und kurz vor Schluss nach Treffern von Chris Söllner und Andreas Luck (2) noch den 3:3-Ausgleich kassierten.

Am Sonntag sollen die drei Punkte in Gera bleiben. Dazu kann Frank Müller aus dem Vollen schöpfen. Nach der vierwöchigen Spielpause sind fast alle Wehwehchen auskuriert. Einzig Stammtorwart Sabri Vaizov klagt noch über Probleme mit dem Fuß. Dafür ist der gegen Inter Leipzig verletzt ausgeschiedene Winterneuzugang Robert Paul wieder einsatzbereit. „Wir wollen gar nicht so sehr nach dem Gegner schauen. Alle Spieler sind heiß auf Fußball. Wenn wir unseren Matchplan umsetzen, dann gewinnen wir auch", sagt Trainer Frank Müller

Oberliga: BSG Wismut Gera - SV Merseburg, Sonntag, 14.30 Uhr, ETL Freund & Partner Stadion am Steg, Kunstrasenplatz

Jens Lohse / 23.03.18
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