Luck wieder Mann des Spiels: Wismut Gera erreicht Finale im Fußball-Landespokal

Fußball: Wismut Gera zieht durch einen 3:1-Sieg beim FC Saalfeld ins Endspiel des Thüringer Landespokals ein.

Maßgeblich beteiligt am 3:1-Erfolg von Fußball-Oberligist BSG Wismut Gera im Halbfinale des TFV-Pokals beim Landesklasseteam FC Saalfeld war der 32-jährige Torjäger Andreas Luck, der an den Saalewiesen zwei Treffer selbst beisteuerte und einen vorbereitete. Mit ihm unterhielt sich Jens Lohse nach dem Abpfiff.


Mann des Spiels war wieder einmal Andreas Luck.
Wenn Sie das so gesehen haben. Es war kein einfaches Spiel für mich. Ich hatte kaum Ballkontakte, wurde nicht so gut eingebunden. Als es aber darauf ankam, da war ich da. Zwei Treffer und eine Torvorlage machen sich nicht schlecht auf der Visitenkarte eines Stürmers.

Die Saison haben Sie in der Innenverteidigung begonnen. Sie ins Sturmzentrum zu stellen, war eher eine Notlösung. Haben Sie sich mit der neuen Position angefreundet?
Ja, absolut. Es macht Spaß, nach vielen Jahren auf defensiveren Positionen auch mal woanders zu spielen. In der Jugend habe ich das schon gemacht. Von daher war es nicht gänzlich ungewohnt. Zehn Punktspieltore sprechen ja auch für sich. Hinten ist für mich auch gar kein Platz mehr. Mit Robert Paul haben wir uns in der Innenverteidigung im Winter richtig gut verstärkt.

Leicht hat es Saalfeld ihrer Mannschaft trotz der schnellen 2:0-Führung nicht gemacht.
Gefühlt hatte der Gastgeber sogar die besseren Chancen. Die haben sich teuer verkauft. Wir haben nach der Zwei-Tore-Führung ziemlich nachgelassen, wollten Kräfte sparen. Hinzu kam, dass wir das erste Mal in diesem Jahr auf einem Rasenplatz gespielt haben und es gleich richtig warm geworden ist. Da hatten wir schon unsere Probleme.

Wann haben Sie zuletzt vor 1500 Zuschauern gespielt?
In dieser Saison noch nicht. Das letzte Mal dürfte das im letzten April bei Chemie Leipzig in Leutzsch gewesen sein.
Wismut war heute äußerst effektiv.
Ja, aber wenn die zwei Tore nicht fallen, wird es eine richtig enge Kiste hier. Nach dem 3:0 nach einer Stunde war dann die Luft etwas raus. Wir haben das Spiel nach der ersten Viertelstunde zu leicht genommen, dachten, das geht hier von allein. Deshalb war die Begegnung auch nicht so schön anzusehen.

Was ist nun im Finale drin?
Das wird ein 50:50-Spiel, auch wenn Jena zwei Klassen höher spielt.

Sie wissen doch noch gar nicht, dass es gegen den FC Carl Zeiss Jena geht.
Das lassen sich die Jenaer in Borsch nicht nehmen. Aber auch dann sind wir nicht chancenlos. Mit dem ZFC Meuselwitz haben wir die Jenaer im Pokal schon einige Male bezwungen. Wir wissen also, wie das geht.

Wie viele Endspiele um den Thüringer Landespokal haben Sie schon bestritten?
Ich glaube drei waren es, von denen wir zwei gewonnen haben. 2010 haben wir mit Meuselwitz den VfB Pößneck nach Verlängerung besiegt. Im nächsten Jahr haben wir das Finale gegen Heiligenstadt im Elfmeterschießen gewonnen. Damit waren wir mit dem ZFC zweimal für den DFB-Pokal qualifiziert.

Am Mittwoch geht es aber schon gegen Schott Jena um Punkte weiter. Kann sich die Wismut-Elf wieder für den Oberliga-Alltag motivieren?
Na klar. Heute können wir feiern und uns am Sonntag ausruhen. Am Montag geht dann die Vorbereitung auf die Spiele gegen Schott Jena und Bischofswerda los. Wir stecken noch mitten im Abstiegskampf. Es könnte bis zu neun Absteiger aus der Oberliga geben. Da müssen wir noch fleißig Punkte sammeln. Außerdem werden uns vier englische Wochen in Folge alles abverlangen. Wir brauchen noch einen langen Atem.

Jens Lohse / 8. April 2018
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