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Männer NOFV-Oberliga Süd

SV Merseburg 99 vs. BSG Wismut Gera
3 : 3

Drei Tore, aber kein Glücksgefühl
 Schlusslicht Wismut Gera kassiert in Merseburg drei Minuten vor Abpfiff noch den 3:3-Ausgleich.


Merseburg. "In Sondershausen habe ich schon auf der Mannschaftsbank gesessen. Heute mache ich das wieder. Und ihr werdet sehen, wir gewinnen", hatte Wismut-Vizepräsident Frank Neuhaus einigen Geraer Anhängern noch in der Halbzeitpause mitgeteilt. Da führten die Gäste mit 2:1. Tatsächlich schien der Aberglaube zu fruchten. Doch drei Minuten vor Schluss gelang den Merseburgern der 3:3-Ausgleich, nachdem sich die Orange-Schwarzen trotz eigener 3:2-Führung auskontern ließen.

Den Schrägschuss von Robert Wagner konnte Wismut-Keeper Sabri Vaizov noch parieren. Den Abpraller bekam Victor Lindau genau auf den linken Fuß und traf volley zum Ausgleich ins lange Eck (87.). "Wir müssen weitermachen. Wir haben heute drei Tore erzielt. Darauf müssen wir aufbauen", so Geras Trainer Carsten Hänsel nach Spielende. Zufrieden konnte der Wismut-Coach damit freilich nicht sein. Lange Gesichter gab es bei den Geraer Kickern nach dem Abpfiff. Stille herrschte. Der erste Saison-Dreier war eigentlich schon verbucht, wurde dem Team aber wieder entrissen. Die schwache Chancenverwertung der ersten Halbzeit rächte sich spät.

Die Gäste hatten wie die Feuerwehr begonnen. Nach einem groben Patzer von Merseburgs Martin Salis lief Andreas Luck schon nach vier Minuten allein auf das Tor des Tabellenvorletzten, schoss aber einen halben Meter am lange Pfosten vorbei. Der Torefluch setzte sich fort. Ein klares Foul an Carsten Weis im Strafraum blieb ungeahndet. Der Geraer Spielmacher verzweifelte anschließend, als Martin Salis seinen Schuss nach einer Söllner-Eingabe gerade noch von der Torlinie kratzte (15.). Eine Enkelmann-Ecke boxte sich Torwart Marius Kansy fast ins eigene Tor (18.). Andreas Luck verzog freistehend per Kopf, während der Schrägschuss von Maximilian Enkelmann zur Beute des Gastgeber-Torwarts wurde (20.). Von den Merseburgern war bis dato in der Offensive nichts zu sehen - bis man in Führung ging. In einen Schrägschuss von Tommy Parthier stellte Oliver Seidel seinen Fuß und hieß 0:1 (23.). Den total auf den Kopf gestellten Spielverlauf begradigten die Geraer zwei Minuten später. Nach 475 Minuten ohne Wismut-Treffer erzielte Chris Söllner nach einer Enkelmann-Eingabe den 1:1-Ausgleich (25.). Sabri Vaizov vereitelte gegen Tim Knerler einen erneuten Rückstand, ehe Andreas Luck zwei Großchancen per Kopf ungenutzt verstreichen ließ (38., 40.). Nach einem weiteren Durchbruch von Oliver Seidel - Sabri Vaizov war wieder auf dem Posten - gingen die Orange-Schwarzen in Führung. Eine Maßflanke von Carsten Weis köpfte Andreas Luck zum 2:1 in die Maschen (42.).

Nach Wiederbeginn zog sich Wismut weit zurück, lauerte auf Konter. Folgerichtig kassierte man durch einen noch abgefälschten Flachschuss von Victor Lindau das 2:2 (52.). Gut zehn Minuten später jubelte der Gast zum dritten Mal. Nach einem Pass in die Tiefe hakte Andreas Luck nochmals nach innen und traf mit dem linken Fuß zum 3:2 ins kurze Eck (65.). Der erste Dreier schien nahe, zumal die Geraer bei Fernschüssen von Carsten Weis, Maximilian Enkelmann und Stefan Raßmann das vierte Tor vor Augen hatten. Doch es kam anders. Einen Kopfball des eingewechselten Tim Stober konnte Sabri Vaizov noch parieren (83.), ehe er wenig später machtlos war.

Damit verbleiben die Wismut-Kicker am Tabellenende und die nächsten drei schweren Spiele folgen. Nächstes Wochenende wartet daheim der FC Carl Zeiss Jena II, der zuletzt den noch ungeschlagenen VFC Plauen mit 4:1 vom Platz fegte. Dann geht es im Landespokal-Achtelfinale zum 1. FC Sonneberg und eine Woche drauf zum Spitzenreiter Bischofswerdaer FV 08. Schwere Wochen stehen den Orange-Schwarzen also bevor.

(Jens Lohse)