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Männer NOFV-Oberliga Süd

SV SCHOTT Jena vs. BSG Wismut Gera
0 : 0

Wismut nutzt seine Chancen nicht
Gera spielt beim SV Schott Jena nur 0:0 und empfängt morgen bereits Spitzenreiter Bischofswerda


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Jena. Nach drei Erfolgen hintereinander mit jeweils einem Gegentor spielte die Geraer Wismut-Elf im Nachhholkick am Mittwoch bei Schott Jena erstmals in der Rückrunde zu Null. Zufrieden war im Gäste-Lager damit aber niemand so richtig. Trotz überlegen geführten 90 Minuten und einer Vielzahl hochkarätiger Möglichkeiten stand nur ein 0:0 zu Buche. Somit verweilen die Orange-Schwarzen mit 19 Punkten auf Platz 13, der nach den Entwicklungen in der 3. Liga mit den Insolvenzen von Chemnitz und Erfurt ein Abstiegsrang wäre.

„Vor dem Spiel wäre ich mit einem Punkt zufrieden gewesen. Nach den 90 Minuten kann ich es natürlich nicht sein. Wir haben durchweg auf ein Tor gespielt. Schott war total passiv. Wir nehmen den einen Zähler mit, hätten aber gewinnen müssen", äußerte sich Wismut-Trainer Frank Müller. Sein Gegenüber, Schott-Coach Falk Werner freute sich über das 0:0: „Zwei Stammspieler sind kurzfristig ausgefallen, weshalb wir in unseren Offensivmöglichkeiten beschränkt waren. Wir wussten, was auf uns zukommt. Derbys habe ohnehin ihren eigenen Charakter. Wir wollten punkten – und das ist uns gelungen."

Vor 129 Zuschauern im Jenaer Amateurstadion war die Richtung der Partie schnell vorgegeben. Schott verbarrikadierte sich in der eigenen Hälfte, ging verbissen, aber nicht unfair in jeden Zweikampf. Die Räume waren enorm eng, so dass es für die Gäste schwer war, sich klare Tormöglichkeiten zu erspielen, weshalb das Hauptaugenmerk zunächst auf den Standards lag. Torjäger Luck traf per Kopf nur die Latte. Den Kopfball des aufgerückten Innenverteidigers Paul schlugen die Jenenser von der Torlinie. Als Schott-Keeper Gheorghiu nach einer Schubert-Flanke in die Mitte klärte, schoss Wismut-Spielmacher Weis aus 20 m auf das Gastgeber-Tor, doch rettete diesmal Kretzer für seinen bereits geschlagenen Schlussmann (32.).

Auch nach Wiederbeginn blieben die Geraer die spielbestimmende Mannschaft. Schott kämpfte aufopferungsvoll. Aus den zahlreichen Freistößen und Eckbällen konnten die Orange-Schwarzen kein Kapital schlagen. In den letzten 20 Minuten erhöhte Wismut nochmals den Druck. Fast hätte Schott-Rechtsverteidiger Kretzer den Gästen geholfen. Seinen Aufsetzer-Kopfball in Richtung eigenes Tor parierte aber Gheorghiu im großen Stil (72.). Ein 23 m-Freistoß von Enkelmann klatschte gegen die Querlatte (78.). Seine beste Tat vollbrachte der Jenaer Torwart gegen Romarios Direktschuss von der Strafraumgrenze, den Gheorghiu im Halbdunkel mit der rechten Hand noch über den Balken bugsierte (85.). Glück hatte der Schlussmann bei einer Börner-Flanke, die er gegen die Latte faustete (88.). Beim Abpfiff jubelte nur Jena.

Schon am morgigen Sonnabend geht es für Gera gegen Spitzenreiter Bischofswerdaer FV 08, der eine bärenstarke Saison spielt. Derzeit beträgt der Vorsprung des FV 08 16 Punkte, wenngleich man ein Spiel mehr ausgetragen hat. Das riecht nach einer vorzeitigen Meisterschaft und Aufstieg in die Regionalliga. Wismut wird nicht verstecken, geht aber als krasser Außenseiter in die Partie.
Wismut Gera – Bischofswerda, Sonnabend, 14 Uhr im Stadion am Steg

Jens Lohse / 13.04.18