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Männer NOFV-Oberliga Süd

FC Einheit Rudolstadt vs. BSG Wismut Gera
3 : 4

Wismut Gera kämpft sich zum Derbysieg gegen Rudolstadt
Wismut Fans reisen aus Protest wieder ab

Die BSG Wismut Gera setzt ihre Erfolgsserie auch im Heine-Park fort. Dem FC Einheit Rudolstadt brachten die Orange-Schwarzen beim 4:3-Auswärtssieg die erste Rückrundenniederlage bei. Selbst bleibt die Müller-Elf in der zweiten Halbserie ungeschlagen.

„Wir haben es uns unnötig schwer gemacht, nachdem wir schon 3:0 geführt haben. Nach der Niederlage am grünen Tisch im Hinspiel, gegen die wir uns nicht wehren konnten, empfinde ich den Dreier schon als Genugtuung. Auch dass die Rudolstädter einer Verlegung auf Sonnabend nicht zugestimmt haben, fand ich sportlich sehr unfair. Auf dem Platz haben wir die richtige Antwort gegeben", so Wismut-Trainer Frank Müller.

Der Gäste-Anhang war diesmal recht klein ausgefallen. 62 Wismut-Fans hatten aus Protest gegen die zahlreich vor Ort befindliche Polizei und die Unterbringung in der prallen Sonne schon vor dem Anpfiff wieder die Heimreise angetreten. „Dieses Szenario von Polizei und Veranstalter ist nicht nachzuvollziehen. Seit zwei Jahren haben sich unsere Fans nicht mehr daneben benommen. Von einem Sicherheitsspiel haben wir nicht gewusst", schimpfte der vor Ort anwesende Gäste-Präsident Volker Fiedler, der die Reaktion der Anhänger nachvollziehen konnte.

Sie verpassten leider ein tolles Fußballspiel mit insgesamt sieben Treffern. Nach einem ersten Rudolstädter Achtungszeichen durch Bahners 25 m-Fernschuss knapp am Kasten vorbei, gingen die Geraer in Führung. Eine Weis-Eingabe brauchte Torjäger Luck nur noch einzuschieben – 0:1 (11.). Die Einheit mühte sich um einen geordneten Spielaufbau. Wismut ließ bei Temperaturen um die 30 Grad nur wenig zu. Einzig der pfeilschnelle Rupprecht stiftete ab und zu Verwirrung.

Cleverer im Abschluss waren aber die Gäste. Eine Direktkombination über Romario und Schubert vollendete Luck mit einen unhaltbaren 20 m-Schlenzer mit der Innenseite ins rechte Eck – 0:2 (24.). Kurz darauf hatten die Geraer Glück. Nach einer Ecke traf Rupprecht aus der Distanz nur den Pfosten. (27.). Das Abstaubertor von Thönnessen verhinderte die Fahne des Schiedsrichter-Assistenten. Statt essen wäre Gera auf der anderen Seite fast das dritte Tor geglückt. Doch bei Drägers Schuss nach einer Ecke rettete ein Rudolstädter auf der Torlinie (38.).


Nach Wiederbeginn erhöhte der Gastgeber den Druck, wurde zunächst aber ausgekontert. Weis hatte den eingewechselten Börner in Szene gesetzt, dessen Eingabe zwar Luck nicht fand, dafür aber vor den Füßen von Schubert landete, der auf 0:3 erhöhte (55.). Der Dreier war damit längst noch nicht in Sack und Tüten. Nach einem Zusammenspiel mit Riemer verkürzte Rupprecht allein vor Torwart Just postwendend auf 1:3 (56.).

Neun Minuten später jubelten die Einheit-Kicker erneut. Eine Kopfballablage verarbeitete Riemer zum 2:3-Anschluss (65.). Die Geraer behielten den Kopf oben. Eine Koproduktion von Weis und Börner vollendete Luck im zweiten Anlauf mit seinem 14. Saisontreffer zum 2:4 (70.).

Wismut war mit den Kräften am Ende. Rudolstadt mobilisierte nach dem 3:4 durch Rupprechts Energieleistung (74.) die letzten Kräfte. Gegen Riemers Kopfball reagierte Just glänzend (76.). Bahner traf nur das Außennetz (79.). Lucks Kopfball nach der nächsten Weis-Flanke landete nur am Pfosten (83.).

Es blieb dramatisch. Dräger musste mit Gelb-Rot vorzeitig zum Duschen (87.). Weis sah die zehnte gelbe Karte. Mit Geschick und Cleverness brachten die Geraer den wertvollen Vorsprung trotz Unterzahl auch über die siebenminütige Nachspielzeit.


Jens Lohse / 23.04.2018

Foto: Danny Neidel
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