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Männer NOFV-Oberliga Süd

BSG Chemie Leipzig vs. BSG Wismut Gera
2 : 2

Serie hält an - Im 5. Spiel in Folge ungeschlagen
Zwei Elfmeter verhindern Sieg der BSG Wismut Gera

Auch im fünften Spiel in Folge blieb die Geraer Wismut-Elf unbezwungen. Beim Tabellenzweiten Chemie Leipzig reichte es für die Orange-Schwarzen zu einem 2:2 (1:1). Vor 2408 Zuschauern war sogar mehr möglich.

„Wir hatten eigentlich mehr verdient. Am Ende müssen wir aber mit dem Punkt zufrieden sein. Ich bin stolz auf meine junge Mannschaft, darauf, wie sie die ganzen Ausfälle weggesteckt hat und trotzdem mutig nach vorn gespielt hat. Wir haben uns in das Spiel hineingebissen. Einige Schiedsrichter-Entscheidungen waren für mich allerdings nicht nachvollziehbar", schätzte Trainer Frank Müller ein.

Die beiden Elfmeter nahm Frank Müller ausdrücklich aus seiner Schiedsrichterkritik heraus. „Da haben wir uns zweimal dämlich angestellt."Youngster Julius Grabs hatte den Leipziger Alexander Bury an der Grundlinie festgehalten, nachdem er zuvor nicht energisch in den Zweikampf gegangen war (13.).

Und auch Jegor Jagupov, der direkt im Anschluss nach einem abgewehrten indirekten Freistoß im Strafraum Lars Schmidt zu Fall brachte, ging zu ungestüm zur Sache. Beide Mal ließ sich Routinier Daniel Heinze die Chance nicht entgehen. Beim 1:0 schoss er in die Tormitte (14.), beim 2:2 ins linke Eck (66.).

Doch konnte der Wismut-Trainer weder den indirekten Freistoß nach einem nie und nimmer absichtlichen Rückpass des Braslianers dos Santos, noch die gelb-rote Karte für Jegor Jagupov nach seinem Strafraumfoul nachvollziehen.

Chemie-Trainer Dietmar Demuth wusste auch nicht so recht, wie er das Spiel einordnen sollte. „Wir haben ziemlich konfus gespielt. Eigentlich wollten wir zu unseren alten Tugenden zurückfinden. Aber ohne fünf Stammkräfte war das nicht möglich. Nach einem guten Beginn haben wir den Gegner eingeladen, wieder zurückzukommen. Oft haben wir im Spiel die falschen Entscheidungen getroffen. Gera hat uns am Leben gelassen. Selbst in Unterzahl hatten sie noch zwei hundertprozentige Chancen."



Mann des Spiels war Wismut-Angreifer Jegor Jagupov, der an allen Brennpunkten zu finden und mit seiner Schnelligkeit von der Chemie-Abwehr nicht zu stellen war. Nach einem Musterpass von Stefan Raßmann lief er schon nach elf Minuten allein auf das Leipziger Tor zu, traf allerdings nur den Innenpfosten.

Nach einer guten halben Stunde setzte Jegor Jagupov Sturmpartner Christopher Lehmann ins Szene, der mit dem schwächeren linken Fuß an Keeper Dominic-Rene Heine nicht vorbeikam (38.). Vier Minuten später konnte der Torjäger dann doch jubeln. Eine Söllner-Eingabe verlängerte Christopher Lehmann mit dem Kopf auf Jegor Jagupov, der am langen Pfosten total freistand, noch den Chemie-Torwart und Sascha Rode ins Leere laufen ließ und zum 1:1 vollendete (42.).

Auch nach Wiederbeginn ging die Gala-Vorstellung des Stürmers weiter. Nach schönem Doppelpass mit Christopher Lehmann ließ er seine Gegenspieler im Laufduell regelrecht stehen. Seinen Schuss aufs lange Eck konnte Dominic-Rene Heine noch parieren, ehe Chris Söllner im Nachsetzen zum 1:2 erfolgreich war (55.). Nach Gelb-Rot war dann allerdings Jegor Jagupovs Arbeitstag bereits nach 65 Minuten beendet. Nachgetrauert haben dürfte er der ersten Verwarnung, die er von Referee Max Mangold (Joachims­thal) erhielt, weil er nach seinem Treffer vor der Pause den Chemie-Anhang mit seinem Hämmer-Jubel provozierte.

Nicht so elfmeterfreudig war der 22-jährige Schiedsrichter auf der anderen Seite. Denn sowohl beim Stoßen gegen Christopher Lehmann vor (32.) als auch beim Foul an Jegor Jagupov nach der Pause (62.) blieb der Strafstoßpfiff aus. Trotzdem hatte Wismut die Partie nach dem frühen Rückstand schnell in den Griff bekommen.

Hinten ließen die Innenverteidiger Marcel Nolde und Raimison Draiton dos Santos trotz immenser Belastung nichts anbrennen. Vorn hätten die Geraer selbst in Unterzahl noch den dritten Treffer erzielen können. Doch kam Chris Söllner, nachdem er den Chemie-Schlussmann schon umkurvt hatte, nicht zum Abschluss (73.), weil er zu weit abgetrieben wurde. Auch Christopher Lehmann fehlte allein vor dem Leutzscher Kasten die Kaltschnäuzigkeit (85.).

Da waren die Chancen der Leipziger bei weitem nicht so hochkarätig. Auch sechs Minuten Nachspielzeit verhalfen den Chemikern nicht mehr zum Siegtreffer. Wegen der fünften gelben Karte für Carsten Weis und Gelb-Rot für Jegor Jagupov fallen Trainer Frank Müller für das letzte Punktspiel des Jahres in Sandersdorf am Sonnabend zwei weitere wichtige Spieler aus. Doch auch diese Herausforderung werden die Wismut-Kicker meistern.


Bericht und Foto: Jens Lohse / OTZ / 03.12.2019