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Männer NOFV-Oberliga Süd

VfL Halle 96 vs. BSG Wismut Gera
7 : 4

Wismut Gera kommt beim VfL Halle 96 unter die Räder
Torhüter Kriebel erwischt rabenschwarzen Tag

„Das war heute eine ganz schwache Torhüterleistung. Und dann wollten die Hallenser eben mehr gewinnen als unsere Spieler. Das hat man auf dem Platz gesehen. Bei den sommerlichen Temperaturen haben sich die Hallenser mehr gequält", schätzte Wismut-Präsident Frank Neuhaus nach dem Abpfiff im Stadion am Zoo nüchtern und enttäuscht ein.

Mit 4:7 unterlagen die Orange-Schwarzen beim Tabellenvierzehnten VfL Halle 96. Langeweile kam bei den gut 100 Zuschauern trotz Temperaturen über der 30 Grad-Linie nicht auf. Auch gut 30 Geraer hatten sich zum letzten Oberliga-Auswärtsspiel in die Saalestadt aufgemacht und waren anfänglich noch guter Dinge. Nach einer Eingabe von Stefan Raßmann brachte Christopher Lehmann die Gäste mit einem Schuss ins lange Eck in Führung (12.).

Die Antwort der Hallenser ließ nicht lange auf sich warten. Dass sich Innenverteidiger Marcel Nolde bei einem langen Ball verschätzte, bestrafte VfL-Mittelstürmer Tommy Kind - für die neue Saison schon mit einem Vertrag bei Regionalliga-Aufsteiger Chemie Leipzig ausgestattet - mit dem 1:1-Ausgleich (22.).

Die Partie blieb ausgeglichen. Nach schönem Lehmann-Pass zeigte sich Jegor Jagupov im Abschluss zu überhastet. Besser klappte es bei den Hallensern. Nach einer unnötigen Ecke kam der Ball zum aufgerückten Kevin Schiller, der sich um Gegenspieler Marcel Nolde drehte und mit einem nicht unhaltbar erscheinenden Flachschuss das 2:1 erzielte (38.).

Wismut wehrte sich. Ein Schuss von Jegor Jagupov rasierte die Lattenoberkante (39.). Eine Minute später aber doch das 2:2. Ein Söllner-Freistoß prallte vom Fuß von Jegor Jagupov zu Marco Pusch, der am schnellsten schaltete und aus Nahdistanz vollendete (40.).

Der Halbzeitstand war das noch nicht. In der Nachspielzeit segelte ein 40 m-Freistoß von Max Worbs vors Wismut-Tor, den Gäste-Schlussmann Nicolas Kriebel unterlief und über die Hände ins eigene Netz rutschen ließ - 3:2 (45.+1).



In der zweiten Halbzeit wollten die Hausherren das Ergebnis ausbauen. Mit großer Willenskraft und Laufbereitschaft erspielte man sich eine Großchance nach der anderen. Nur mit der Präzision im Abschluss haperte es. Zweimal verzog Benjamin Gnieser in bester Position. Tommy Kind traf akrobatisch nur den Außenpfosten. Ein Kopfball von Adel Aljindo verfehlte sein Ziel.

Da waren die Geraer kaltblütiger. Eine Söllner-Ecke nahm Jegor Jagupov am kurzen Pfosten an und traf dann mit dem linken Fuß und aller Urgewalt zum 3:3 ins Netz (54.).

Die VfL-Kicker rackerten weiter. Einen Kopfball von Kevin Schiller boxte Nicolas Kriebel über die Latte. Ein Treffer des eingewechselten Nils Bolz fiel der Abseitsfahne zum Opfer. Fernschüsse von Adel Aljindo und Linus Lorenz strichen haarscharf am Pfosten des Geraer Kastens vorbei.

Die Einwechslungen auf Wismut-Seite von Florian Schubert und Julius Grabs verpufften ergebnislos. In der Schlussviertelstunde fanden die Hallenser dann ihre Treffsicherheit zurück. Nach schönem Doppelpass von Tommy Kind marschierte Benjamin Gnieser ungehindert durch die Gäste-Abwehr und schob zum 4:3 ein (78.).

Wenig später sprang Tommy Kind nach einem Worbs-Freistoß höher als Nicolas Kriebel und erzielte per Kopf das 5:3 (81.). Nach einem Missverständnis in der Innenverteidigung machte der Torjäger das halbe Dutzend voll (83.). Auf der anderen Seite betrieb Jegor Jagupov per verwandeltem Elfmeter nach einem Foul an Raphael Börner Resultatskosmetik – 6:4 (85.).

Für den 7:4-Endstand sorgte dann abermals Tommy Kind, der einen Aljindo-Freistoß im Nachsetzen über die Linie bugsierte (88.).

Am Pfingstsonntag gegen Meister Chemie Leipzig sollten sich die Geraer zum Saisonabschluss von einer anderen Seite zeigen. Sonst droht das nächste sportliche Debakel.

Bericht und Foto: Jens Lohse / OTZ / 03.06.2019

Im Bild:Einen Schritt zu spät: Wismut-Kicker Stefan Raßmann (links) gegen den Hallenser Max Worbs. Mit 4:7 unterliegen die Geraer in einer torreichen Partie im Stadion am Zoo