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Männer NOFV-Oberliga Süd

BSG Wismut Gera vs. FC Carl Zeiss Jena II
0 : 2

Bei der BSG Wismut Gera liegen die Nerven blank
Bei der 0:2-Heimniederlage gegen Carl Zeiss Jena II müssen Trainer Hänsel und Kapitän Müller vorzeitig vom Platz.


Gera. „Wir sind derzeit in einer brutalen Situation. In der ersten Halbzeit sind wir drauf und dran, das 1:0 zu machen und kassieren prompt den Gegentreffer. Auch der Schiedsrichter hat heute mit einigen merkwürdigen Entscheidungen zu unserer Verunsicherung beigetragen", sagt Wismut-Trainer Carsten Hänsel nach der 0:2-Heimpleite gegen den FC Carl Zeiss Jena II, bei der 233 Zuschauer im Stadion der Freundschaft wiederum vergeblich auf das erste Heimtor der Orange-Schwarzen im vierten Anlauf warteten.

Gera wartet noch immer auf erstes Heimtor

„Wir sind mit einer relativ jungen Mannschaft aufgelaufen, die der Geraer Spielwucht widerstanden hat. Über weite Strecken haben wir das sehr ordentlich gemacht. Hier mit 2:0 zu gewinnen, ist nicht selbstverständlich, weil man sich vom Saisonstart des Gastgebers nicht blenden lassen darf. Am Ende hätten wir noch höher gewinnen müssen", kommentierte der Jenaer Coach Stefan Treitl.

Wismut hatte ordentlich begonnen. Nach ausgeglichener Anfangsphase verstärkten die Geraer den Druck. Eine Enkelmann-Flanke auf den zweiten Pfosten verpasste Frank Müller (12.). Carsten Weis wurde in vielversprechender Position im letzten Moment geblockt (13.). Nach einer Weis-Eingabe bekam Andreas Luck keinen Druck hinter seinen Kopfball (22.). Als Zeiss-Keeper Stefan Schmidt einen Enkelmann-Freistoß prallen lassen musste, war kein Gastgeber-Angreifer zur Stelle (24.). Das Führungstor der Orange-Schwarzen schien nur eine Frage der Zeit, als die Jenaer eiskalt zuschlugen. Einen Pass durch die Mitte nahm Denis Jäpel gekonnt mit. Nach Sebastian Drägers Zweikampfpech sprang ihm der Ball wieder vor die Füße. Keeper Sabri Vaizov war ohne Abwehrchance – 0:1 (26.). Die Geraer zeigten sich geschockt. Die Köpfe gingen nach unten. Einfache Fehler im Spielaufbau ermöglichten den Jenaern weitere Gelegenheiten. Maximilian Weiß verfehlte aber das lange Eck knapp (31.), während der nach einem Puhan-Patzer allein aufs Wismut-Tor zusteuernde Tim Kießling an Sabri Vaizov scheiterte (45.). Auch nach Wiederbeginn offenbarte der Gastgeber große Probleme. Die oft gespielten langen Bälle sahen die Wismut-Offensive ein ums andere Mal im Abseits. Den Geraern fehlte es an der geistigen Frische, dem entgegenzuwirken. Als der eingewechselte Manuel Seibt am Strafraumeck von den Beinen geholt wurde, leitete der halbherzig nach innen getretene Freistoß das 0:2 ein. Über zwei Stationen konterte die Zeiss-Reserve und Jeffrey Wittlich vollendete (63.). Nun lagen bei den Geraern die Nerven blank. Trainer Carsten Hänsel stürmte nach einem abgepfiffenen Vorteil protestierend aufs Feld und wurde daraufhin vom Plauener Schiedsrichter Tim Ziegler aus dem Innenraum verwiesen (68.). Gera gab sich aber nicht geschlagen. Chris Söllners Schrägschuss kratzte Keeper Stefan Schmidt aus dem Eck (75.), der auch gegen Stefan Raßmanns Flachschuss per Fußabwehr Sieger blieb (77.).

Während auf der anderen Seite Sabri Vaizov und Sebastian Dräger in höchster Not das dritte Tor verhinderten (81.), passte die Ampelkarte für Wismut-Kapitän Frank Müller ins Bild (83.). In der ersten Halbzeit hatte er sich Gelb wegen Reklamierens abgeholt, stand später bereits einige Male kurz vor der gelb-roten Karte, die er dann für ein eher harmloses Sperren des Gegenspielers an der Mittellinie erhielt. Schlusslicht Wismut Gera geht schwere Zeiten entgegen. Die nächsten Kontrahenten werden mit Bischofswerda und Rudolstadt nicht leichter. Erst einmal aber geht es im Landespokal nach Sonneberg.

Jens Lohse / 02.10.17