700 Zuschauer am Steg: Weida nutzt zwei Szenen eiskalt
Viel Herz, wenig Lohn: Die BSG verliert 0:2

Freitagabend, 18:30 Uhr, Kunstrasen am Steg: Rund 700 Zuschauer stehen dicht an dicht und sehen ein Derby, bei dem der FC Thüringen Weida die Punkte mitnimmt. Die BSG Wismut verliert 0:2. trotz guter Möglichkeiten.
Die erste Hälfte gehört dem Fleiß. Wismut verteidigt giftig, schiebt geschlossen nach vorn und geht mutig drauf. Weida lässt den Ball laufen, viel quer und viel hintenrum. Doch zunächst springt nichts Zählbares heraus. Die größten Möglichkeiten hat die BSG. In der 13. Minute setzt Jimmy Wagner einen Kopfball knapp vorbei. In der 37. Minute steht er frei vor Weidas Torhüter, doch der Ball will einfach nicht ins Netz. Es bleibt beim 0:0 zur Pause.
Dann der Nackenschlag nach dem Seitenwechsel. In der 47. Minute nickt Oliver Peuker eine Flanke zum 0:1 ein. Weida hat Blut geleckt. Die BSG arbeitet, rennt und sucht nach einer Antwort. Doch vor dem Tor fehlt heute die letzte Ruhe, der kleine Funken Leichtigkeit. Und wie es im Fußball oft ist: Wer seine Chancen vorn nicht nutzt, kassiert sie hinten. In der 77. Minute sprintet der eingewechselte Simon Fuchs davon und schiebt zum 0:2 ein. Das ist die Entscheidung.
Im Endeffekt bleibt ein Derby, das Mut macht, auch wenn es wehtut. Die BSG zeigt Haltung und Widerstand. Es fehlt nur der Lohn. Und der Abstiegskampf bleibt hart, aber offen.
Die Stimmen nach dem Spiel (Quelle: OTZ)
Rico Heuschkel, Trainer Wismut Gera – der selbst krankheitsbedingt zum Zuschauen verurteilt war:
„Viel hat nicht gefehlt. In der ersten Halbzeit hatten wir drei Großchancen. Eine davon müssen Jimmy Wagner oder Paul Bammler verwerten, dann läuft das Spiel ganz anders. Freilich hätten wir auch gegen Ende der ersten Hälfte in Rückstand geraten können. Ich rechne meiner Mannschaft hoch an, dass sie läuferisch und kämpferisch an ihre Grenzen gegangen ist. Weida war aber in den entscheidenden Situationen das abgezocktere Team und hat deshalb auch verdient gewonnen.“
Hendrik Penzel, Trainer Thüringen Weida:
„Es war für uns nicht leicht, in die Partie zu finden. Die Räume waren eng, das Licht problematisch. Wir wussten um die Schwere der Aufgabe, auch darum, dass es möglicherweise ein Geduldsspiel werden würde. Wir wollten auf die zweite Halbzeit setzen, weil wir die breitere Bank besitzen. Der perfekte Start in die zweite Hälfte mit dem Führungstor hat uns natürlich in die Karten gespielt. Wismut blieb aber bis zum Schluss gefährlich. Jetzt können wir uns über einen nahezu perfekten Rückrundenstart freuen. Grund zum Zurücklehnen haben wir aber nicht.“
Christoph Haase, Wismut-Torwart – der im Sommer aus Weida gekommen war und zuvor viele Jahre auf dem Roten Hügel zwischen den Pfosten gestanden hatte:
„Das Flutlicht war sicherlich nicht das Beste. Aber das hatte nichts mit unserer Niederlage zu tun. Wir haben trotz des 0:2 eine gute Leistung abgeliefert. Die erste Halbzeit war super. Doch eine Unachtsamkeit zu Beginn der zweiten Hälfte hat ausgereicht, um uns in Rückstand geraten zu lassen. Weida verfügt eben über mehr Qualität auf der Bank. Das haben sie uns spüren lassen. Trotzdem geben wir uns nicht auf.“
Oliver Peuker, Weidaer Torjäger – der sein Team trotz der Dunkelheit kurz nach Wiederbeginn per Kopf in Führung gebracht hatte:
„Die Lichtverhältnisse waren schlecht. Dafür war die Flanke von Pascal Wollnitzke perfekt. Ich brauchte den Kopf nur hinhalten, brauchte dem Ball gar keinen Druck mehr geben. Das Führungstor war für uns enorm wichtig. Insgesamt war es das erwartet schwere Spiel. Wismut hat die Räume geschickt verengt, sodass wir gerade in der ersten Hälfte trotz langer Ballbesitzphasen Probleme hatten, zu klaren Abschlüssen zu kommen. Das hat sich dann aber gelegt.“
Tore: 0:1 Oliver Peuker (47.), 0:2 Simon Fuchs (77.)
Zuschauer: 700
Die BSG Wismut spielte mit:
Christoph Haase - Andy Haupt, Marlon Tauscher, Florian Schubert, Marcel Kießling, Florin Doroftei (84. Julius Grabs), Niclas Kubitz, Nils Bauer, Jimmy Wagner (69. Hasan Nori), Franz Hoffmann, Paul Bammler (85. Justin Schmidt).
