BSG Wismut Gera
Fanreport • Thüringenliga • 27. Spieltag

Sonntag, 17.05.2026 • Sportplatz Buttlar • 406 Zuschauer

BSG Wismut meldet sich mit 3:1-Auswärtssieg zurück

Die Fahrt nach Buttlar dauert fast zwei Stunden bis in den Wartburgkreis. Wer an diesem Sonntag mitfuhr, wusste nicht genau, was ihn erwartete. Die letzten Wochen hatten jeden Optimismus zerstört. 

Der Sportplatz an der Heugasse ist klein. Grün, verwurzelt, irgendwie aus der Zeit gefallen. Genau der richtige Ort für ein Spiel, das alles bedeutet. 406 Menschen standen oder saßen rund ums Feld – darunter wieder eine beachtliche Geraer Kurve.

Dann die 5. Minute. Ein langer Ball. Andy Haupt läuft los, lässt die Abwehr stehen und schiebt ein. 0:1. Keine große Geste. Einfach Faust geballt und weiter. Genau das wollten wir sehen. 

Die erste Halbzeit war kein Spektakel. Aber sie war solide. Keine Fehler hinten. Kein Einbruch. Das allein war an diesem Nachmittag schon eine Meldung wert. Mit dem 0:1 in die Pause – und die Hoffnung noch intakt.

Nach dem Seitenwechsel wuchs die Spannung. Borsch drängte. Und dann – wieder Haupt. Ein Ballverlust im Mittelfeld, er schaltet sofort, nimmt den Ball mit und trifft. 0:2 in der 70. Minute. Ungläubiges Jubeln. Die, die schon dreimal nach Borsch gefahren sind und nichts gewonnen haben, lagen sich in den Armen.

Drei Minuten später das Sahnestück. Marcel Kießling chippt den Ball über den Torwart. Wunderschön. 0:3. Auf der Wismut-Seite des Sportplatzes war für einen Moment alles vergessen. Die Niederlagen. Die Nächte nach Büßleben und Jena. Alles weg.

Kharin traf noch zum 1:3 in der 82. Minute – aber das war Ergebniskosmetik. Die BSG Wismut brachte den Sieg konzentriert über die Zeit. Kein Zittern. Kein Kollaps. Einfach fertigspielen. Das war neu.

Nach dem Abpfiff blieben viele Fans noch lange am Platz. Die Spieler kamen rüber. Kurze Gespräche. Rico Heuschkel wirkte erleichtert, aber geerdet. Keine Euphorie, nur Fokus. Gut so.

Die Rückfahrt war anders als die Hinfahrt. Lauter. Leichter. Zwei Stunden Thüringen – und diesmal mit drei Punkten im Gepäck. 
Platz 14. Drei Punkte Vorsprung auf den Letzten. Das Derby gegen Westvororte kommt. Wismut lebt. Noch.


Trainerstimme –Rico Heuschkel:

„Wir blicken von Spiel zu Spiel, genießen jetzt den Erfolg und schauen auf das Aufeinandertreffen mit Westvororte. Zugleich wissen wir um unsere Heimschwäche und den anhaltenden Hauptplatz-Fluch. Jetzt haben wir den Thüringenliga-Verbleib selbst in der Hand“

Tore: 0:1 Andy Haupt (5.), 0:2 Andy Haupt (70.), 0:3 Marcel Kießling (73.), 1:3 Maksim Kharin (82.)

Zuschauer: 406

Aufstellung Wismut:
Christoph Haase - Markus Güttich, Andy Haupt, Florian Schubert, Julius Grabs, Mussa Mumini (89. Hasan Nori), Marcel Kießling, Florin Doroftei, Razvan-Petrut Romasc, Jimmy Wagner, Marcel Hartmann (59. Marlon Tauscher)